KaliforniAbenteuer Tag 3: Von Longbeach nach Ensenada
(Verzeihen Sie, dass meine Berichte so unregelmässig veröffentlicht werden. Leider verhindern die Vielfalt an Orten, Anlässen und Ausstattungen, die ich zur Zeit besichtige, dass ich eine feste Zeit zum schreiben einplane - ich blogge somit immer, wenn ich halt kann.)
Wenn Sie den letzten Beitrag aufmerksam gelesen haben, kennen Sie bereits die wichtigsten Aufgaben, die ich heute zu lösen hatte: Der Tag würde in Longbeach anfangen und in Mexiko enden. Irgendwo dazwischen kommt ein Halt in San diego und eine Unterhaltung mit Daniel Kish über mögliche Seminare in der Schweiz. Dann fügen sie noch etwas Essen und einige eher seltsame Vorkommnisse hinzu und Sie haben fast alles beisammen - na ja, also hier ist alles im Detail:
Einmal mehr war es mir gelungen, unerwartet lange zu schlafen - als ich erwachte, war acht Uhr Morgens jedenfalls schon vorüber. Zu meinem Erstaunen fand ich das Wohnzimmer und auch den Rest des Hauses völlig leer - weder Leo noch Daniel waren irgendwo zu finden. Zum Glück blieb dies nur für einie Minuten so, dann kehrte Dan, der nur mal eben frisches Wasser holte, zurück und erklärte, er habe Leo vor seinem Verschwinden die Türe zum Garten geöffnet. Der Rest des Morgens bestand aus einer weiteren grossartigen Ladung Bohnen, Orangen, Reis und weiteren nahrhaften Elementen sowie auch endlich der Besprechung möglicher Seminare mit Daniel Kish in der Schweiz. Da er aufgrund seines bemerkenswert guten Echolokations-Sinnes, der sein Orientierungs- und Mobilitätsvermögen beträchtlich steigert, und dank der “No Limits” Philosophie, die er und seine Organisation (World Access for The Blind) in beeindruckender Weise in die Praxis umsetzen, sehr grosses Ansehen geniesst, ist es sehr wahrscheinlich, dass man an seinen Seminaren einiges lernen kann. Tatsächlich war Daniel Kish bereits im vergangenen August in der Schweiz gewesen, wo er drei sehr erfolgreiche Echolokations-Seminare durchführte. Was nun dieses Jahr angeht, so haben wir erst mit Planen angefangen, suchen noch Sponsoren und so weiter; aber wenn alles zum besten verlaufen sollte, werden wir schon im Juni alles mögliche anbieten, von Privatunterricht bis zu aufregenden Fahrradtouren für blinde. Wie sie also sehen, war unsere Unterhaltung sehr erfolgreich - und falls Sie Lust haben, unser Sponsor zu werden, nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf
Nun, leider verging die Zeit in Longbeach viel zu schnell. Ich genoss die Momente in den ruhigen Teilen der Stadt und es widerstrebte mir, bereits wieder zu gehen - dennoch verliess ich den Ort und war kurz nach 14:00 gemeinsam mit Leo in einem weiteren Greyhound Bus auf dem Weg zurück nach San Diego. Leo benötigte diesmal keine Fünf Minuten Pause - offenbar genügte ihm der Garten von Dan’s Haus.
Vor uns lag der Ausflug nach Mexiko. Ich war im Herbst 2003 zum ersten Mal dort gewesen, als ich für fünf Monate die JMEM Jüngerschafts-Traininsschule (DTS) besuchte. Damals lernte ich auch Melissa und Mike kennen, die beide in meiner Klasse waren. Die Zeit in Mexiko gehört zu den schönsten und herausforderndsten meines Lebens, entsprechend gut tut es, daran zurückzudenken oder dorthin zurück zu kehern. Im Juni 2005 war ich letztes Mal dort gewesen, begleitet von Leo, dem intelligentesten Hund der Welt. Doch bevor wir jetzt wieder nach Mexiko gehen konnten, mussten wir zunächst einmal das JMEM San diego Büro finden, was sich schwieriger gestaltete als ich dachte. Ein Taxi zu finden, war zunächst noch einfach, denn man musste dazu nur aus der Greyhound Station hinaus treten. Nun war aber das Büro, gemäss seiner Postadresse, an der 35. Strasse in National City gelegen; doch zu meinem Erschrecken teilte mir der Taxifahrer mit, dass er eine 35. Strasse in National City nicht finden könne. Das höchste, was es hier gäbe, sei die 30. Strasse, danach aber würde der Ort Chula Vista anfangen. Es folgte die Befragung von rund 20 Passanten, während ich zunächst im San diego Büro anrief (wo niemand abnahm) und dann mein Glück in Ensenada versuchte (wobei fast mein ganzes Mobilkonto aufgebraucht wurde) - schlauer wurden wir bei alledem nicht. Schliesslich fuhren wir schlicht nach Cula vista, wo wir nicht nur eine 35. Strasse, sondern auch das JMEM San Diego Büro fanden. Bis heute ist es mir noch immer ein komplettes Rätsel, wie ein Gebäude, welches offensichtlichst in einem Ort liegt, in seiner Postadresse den Namen des Nachbarortes haben kann - aber immerhin waren wir ja doch noch angekommen.
Eine halbe Stunde später kam auch schon Giezi vorbei und gemeinsam fuhren wir erst Mal zum Flughafen, um seine Freundin Bethany, die ebenfalls eine meiner früheren Klassenkameradinnen war, abzuholen. Wir erledigten dann einige einkäufe und spiesen dann im Unos zu Abend, obwohl die Leute dort ungefähr fünf Minuten benötigten, um zu entscheiden, ob sie das Eintreten meines Assistenzhunder Leo verweigern sollten oder nicht - sie sahen dann zum lück rechtzeitig ein, dass sie ihn würden zulassen müssen.
Um elf Uhr Abends kamen wir in Ensenada an. Auch jene, die nicht sehen können, kriegen dies immer sofort mit, da man hier von einem sehr typischen Fischverarbeitungs-Geschmack begrüsst wird - ein eigentlich furtbarer eruch übrigens, der jedoch dennoch so viele gute Erinnerungen wach ruft…..
Na ja, dies also ist es, wo ich gerade bin. Und ja, es fühlt sich einfach genial an, wieder hier zu sein. Der Geruch des nahen Meeres (keine Angst: Die Fischfabrik ist weit entfernt), der meist sandige Boden, der ständige Mix aus Spanisch und Englisch, all diese kleinen Dinge machen diesen Ort zu einem der wunderbarsten. Kein Wunder dass sich Melissa und Mike hier verliebten. Morgen gibt’s wahrscheinlich die Zusammenfassung vom Hochzeit
Enttäuschenderweise will meine mexikanische Telefonnummer nicht mehr funktionieren. Wer also anrufen will, sollte darum die +1-888-675-7494 vorziehen und eine Sprachmitteilung hinterlassen. Falls Sie noch schneller kommunizieren möchten, hinterlassen Sie doch einfach einen Kommentar zu diesem Eintrag, OK? ![]()
2. October 200617:13 at
Hallo René!
Cool dein Blog! Hab dich soeben auf meinem verlinkt! Yeah, ich freue mich dich wieder Mal zu sehen, mal schaun. Äs liebs Grüessli